Country-Magnetismus eines Talents aus Oklahoma...
09 · 01 · 2026
Country-Musik ist, so scheint es, ein großes Geschäft. Im Vereinigten Königreich sind die Streaming-Zahlen des Genres durch die Decke gegangen, eine neue Generation von Fans strömt zum zeitlosen Sound. Londons riesiges BST Hyde Park-Festival reserviert einen jährlichen Tag für Country, während die größten amerikanischen Exporte inzwischen in der Lage sind, kolossale Stadionshows anzukündigen — und sie schnell auszuverkaufen. In diesem Umfeld ist Zach Bryans neues Album auf beiden Seiten des Atlantiks ein bestätigtes Ereignis — ein mammuthaftes Unterfangen, das seinen Wurzeln treu bleibt und zugleich in neue Gefilde gleitet, zusammengehalten durch sein angeborenes kreatives Selbstvertrauen.
Mittlerweile hat die Origin-Story des Songwriters den Glanz eines modernen Mythos angenommen. Ein Talent aus Oklahoma, von Natur aus zum Musikschreiben geneigt, der Navy-Kadett, der zum Online-Star wurde, arbeitet in einem rasanten Tempo. „With Heaven On Top“ bietet 25 Tracks — einschließlich seines mittlerweile traditionellen Spoken-Word-Intros — ist aber nicht ganz so lang wie sein Durchbruch 2022 „American Heartbreak“, der sich über gewaltige 34 Tracks erstreckte.
Bemerkenswert ist jedoch, dass „With Heaven On Top“ unglaublich beständig ist. Der Sound pendelt zwischen an Tom Petty erinnerndem Americana und traditionelleren Country-Sphären und weckt stets Bilder jener Ebenen von Oklahoma. „Appetite“ hat vielleicht einen Rock-Knack, bleibt aber eindeutig Country, mit Nashville-Legaten, die durchs Blut laufen; „Say Why“ sitzt vielleicht in einer geradlinigeren Songwriter-Schiene, doch überspringt man zwei Songs, ist „Santa Fe“ ein glorreiches, von Mandoline durchtränktes Südstaatenfest.
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Wenn es hier einen roten Faden gibt, dann ist es Zach Bryans Verpflichtung zum Geschichtenerzählen. Den Texten haftet ein hübscher erzählerischer Schwung an, etwas, das einen an jeder Ecke einfängt. „Ich habe so lange kein Liebeslied mehr geschrieben“, eröffnet „Plastic Cigarette“; „Miles“ blickt in den Spiegel und fragt: „wenn ich so kaputt bin / warum schaust du dann?“ Zach Bryan besitzt eine ungezwungene Ehrlichkeit, die Hand in Hand geht mit einem Bekenntnis zum Handwerk. Es gibt hier keine großen politischen Statements, keine Beobachtungen über die aktuelle Dystopie; abgesehen von ein paar Studio-Einlagen sind dies Songs, die 1976 oder 1956 hätten geschrieben werden können. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele Menschen — sogar hier im Vereinigten Königreich — sich zu dieser unscheinbaren Stimme aus Oklahoma hingezogen fühlen. „With Heaven On Top“ ist tröstlich und zugleich fesselnd, zeitlos und doch aktuell, ein Raum zur Flucht, in dem man sich dennoch herausgefordert und unterhalten fühlt. Was auch immer es ist, Zach Bryan hat den Dreh raus.
8/10
Worte: Robin Murray
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