Gefüllt mit Landschaftsbildern, die vor Strasssteinen, gebrochenen Herzen und Pickup‑Trucks strotzen, zeigt 'Hard Headed Woman', wie Country‑Star Margo Price zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Das organische, von Herzen kommende Album thematisiert ebenso einen Aufstieg des Faschismus wie herzförmige Medaillons, zuckersüße Gesangspassagen und Chevrolets.
Die erste Single des Albums, 'Don’t Let the Bastards Get You Down', wird schnell begrüßt, nach einem kurzen, aber süßen 'Hard Headed Woman'-Prelude, das von sanften, weit ausholenden Tönen einer einsamen Geige und Prices zuckersüßen Country‑Stimme dominiert wird. Geschrieben für einen Film, der nie zustande kam, „fühlt es sich so zeitgemäß an angesichts allem, was in der Welt vor sich geht“, erklärt Price. Der Ausdruck stammt aus Margaret Atwoods Klassiker der 80er, The Handmaid’s Tale, und erscheint dort auf Latein als Motto des Widerstands gegen ein unterdrückerisches Regime.
Trotz schwerem Hintergrund steht der Track als augenzwinkernder Country‑Klassiker da, Humor, der eine unterschwellige, schwerere Botschaft einfließen lässt. Pepige Country‑Pop‑Melodien rollen zusammen mit Prices Erzählerkunst weiter – eine erfrischende Variante einer oft befahrenen Straße. Rohes, beständiges Storytelling bildet das Fundament von Prices neuem Album, eine charakteristische Mischung aus herzlich gelebtem Trotz und Bubblegum‑Country. Sie fordert andere auf, Individualität und Beharrlichkeit zu verfolgen: „They wanta’ wear your rhinestones…Those tone deaf sons a bitches/They don’t know your rags to riches“, erklärt sie.
„Ich hoffe immer, so etwas zu tun wie Johnny Cash“, sagt sie, „nämlich für den einfachen Mann und die einfache Frau einzutreten. Aber über die Jahre gab es so viele Drohungen, Wut und Hass, obwohl ich nur aus einem Ort der Liebe komme.“
So wie ihr neuestes Album durch Bilder von „Aberdeen to Austin, St Augustine to Boston“ fährt, hat Prices künstlerische Laufbahn eine Flut von Stilen durchquert: Sie stürmte mit ihrem herausragenden Debüt 'Midwest Farmer’s Daughter' auf die Szene, bevor sie mit dem 2023‑Ausflug 'Strays' in Psychedelia und experimentelle Klanglandschaften eintauchte. Es ist eine Rückkehr zu ihren Country‑Anfängen; 'Hard Headed Woman' ist das erste Album, das vollständig in ihrer Heimat, der Hochburg des Country Nashville, entstanden ist.
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Der Aufschwung des Country in der Popularität deutet darauf hin, dass Zuhörer nach wie vor menschliche Verbindung suchen, mit organischer, persönlicher Lyrik. Klassische Country‑Motivik wird auf weiten Teilen des Albums wunderschön umgesetzt, eine flotte 40‑minütige Expedition in Prices Hintergrund, ihren persönlichen Kampf, es in der Musikwelt einer Stadt zu schaffen, die selten von starren gesellschaftlichen Erwartungen abgewichen ist.
'Don’t Wake Me Up' entfacht das Bild von Singer‑Songwriter‑Ambition und der Entschlossenheit, im herausfordernden Musikgeschäft zum Star zu werden. Ein umherwanderndes, buntes Panorama von Schauplätzen – von einem Dojo in Tokio und einer Zwei‑Sterne‑Sushi‑Bar über ein Kentucky Waffle House bis hin zu einem Friedhof in Savannah – der Song fährt eine Autobahn der Destinationen entlang, von der aus sie mit lauter Stimme schwört, niemals der trostlosen Realität nachzugeben oder von diesem goldenen Erfolgstraum abzuweichen. „The way the world is going ain’t where I’m at/If soon enough we’ll all be dead/I’d rather be living it up, up in my head“, gesteht sie.
Ein paar Coverversionen haben ihren Weg aufs Album gefunden, namentlich die ehrliche, sehnsuchtsvolle Nummer 'Love Me Like You Used To Do', geschrieben vom weitgehend unbekannten Nashville‑Songwriter und Prices engem Freund Steven Knudson, mit Gesang vom Country‑Kollegen Tyler Childers. Ebenfalls dabei: die groovige Blues‑Nummer 'Kissin You Goodbye', die Price von Jessi Colter, der Witwe von Waylon Jennings, geschenkt wurde.
Als Gegenüberstellung von Licht und Dunkel des Lebens, glitzerndem Idealismus und harten Realitäten ist 'Hard Headed Woman' eine großartige Demonstration klassischer Country‑Motive, bluesiger Instrumentierung und Songwriting‑Kunst. Gleichsam ein zeitloses Tribut und ein Warnzeichen der Zeit: Price ist endgültig in ihrer Rolle angekommen, ein starkes Zeugnis für ihr Können als Songschreiberin. „In einer Kultur, die so sehr versucht, uns alle gleich zu machen“, sagt Price, „hoffe ich, dass dieses Album die Leute inspiriert, furchtlos zu sein, Chancen zu ergreifen und einfach unverblümt sie selbst zu sein.“
8/10
Text: Maddy Smith
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Mit Landschaften, die reich an Strasssteinen, Herzschmerz und Pickup‑Trucks sind, bezeugt ‚Hard Headed Woman‘, wie Country‑Star Margo Price zu ihren Wurzeln zurückkehrt.